Weltbevölkerung und Klima

Eine Überlegung

Zur Begrenzung der weltweiten Durchschnittstemperatur hat die EU beschlossen, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um 65 % gegenüber dem Ausstoß von 1990 zu senken. Das klingt natürlich sehr gut, nur stellt sich die Frage, ob es erreicht und damit der weltweite Anstieg der Temperatur gestoppt werden kann.

Nachfolgend wird der Klimawandel nicht in Frage gestellt, sondern als Tatsache akzeptiert. Ich möchte gerne weniger bedachte bzw. ausgesprochene Überlegungen auf den Tisch legen, um herauszufinden, ob und wenn ja, unter welchen Bedingungen dieser Wandel in den Griff zu bekommen ist. Man möge mir zudem verzeihen, dass ich mich nicht in den Details verlieren möchte, die von unzähligen Wissenschaftlern, Aktivisten, aber auch Politikern zur Argumentation verwendet werden.

Ich werde nur versuchen, einen generellen Überblick zu gewinnen, ohne Vorwürfe zu erheben, nur auf der Suche nach Axiomen und den daraus folgenden Schlüssen und Ableitungen.

Man spricht mittlerweile vom Anthropozän, also dem Zeitalter des Menschen, ähnlich dem Trias, Jura oder der Kreidezeit. Das heißt, wir leben im Zeitalter des maximalen, menschlichen Einflusses auf die Welt als Ganzes. Technik, Ausbeutung und Vernichtung von Flora und Fauna, Eingriffe in Umwelt, Veränderung von Landschaften und hemmungsloser Verbrauch der Weltressourcen – wir tun so, als ob uns das Recht dazu zusteht, da wir ja die „Krönung der Schöpfung“ darstellen. Und schlimmer noch, wir sprechen von „der Natur“ und tun so, als ob wir nicht dazugehörten. „Anthropozän“, ein tolles Fremdwort ohne jeden emotionalen Effekt, außer vielleicht ein Hinweis auf die uns innewohnende, überbordende Bedeutungssucht.

Woran könnte das liegen? Ich denke, es liegt an unserer Selbstwahrnehmung und der Entwicklung unserer Art. Alle Menschen haben gemein, dass sie sich subjektiv selbst als das Zentrum der Welt wahrnehmen, das heißt alles existiert nur um uns herum und wir stehen im Mittelpunkt! Kein Lebewesen auf diesem Planeten ist frei davon.

Das Hauptmerkmal unserer Existenz ist das Überleben in einer Umwelt, die es uns nicht gerade leicht macht. Nackt, schwach, langsam und ohne wesentliche, natürliche Waffen, sind wir vor allen Dingen daran interessiert, uns selbst, unsere Brut, dann die Familie und vielleicht auch noch die Gruppe in der wir leben durchzubringen.

Sich selbst im Mittelpunkt zu sehen, also für das Wichtigste zu halten, führt auch zur weit verbreiteten Gier, die im evolutionären Verlauf keine negative Eigenschaft ist. Denn das zusammenraffen aller, dem Überleben dienenden Dinge, sichert unsere Existenz. Die anderen um uns herum sind uns im Wesentlichen egal, solange sie uns nichts wegnehmen oder bedrohen. Das heißt, dass wir bei aller Intelligenz derer wir uns rühmen, einfach und in den meisten Fällen vom Instinkt getrieben und geleitet, strukturiert sind.